Was ich mir gewünscht hätte zu wissen - meine 4 Ratschläge

Was ich mir gewünscht hätte zu wissen - meine 4 Ratschläge

Wenn ich gefragt werde was ich anders machen würde, falls ich noch am Anfang der Selbstständigkeit als Fotografin stünde wären das diese 4 Ratschläge:

1. Nimm nicht jeden Kunden an
2. Spezialisier Dich in einem Bereich und fokussiere darauf
3. Niedrige Preise implizieren niedrige Qualität
4. Wertschätze Deine Zeit, berechne sie entsprechend und glaub wirklich daran

  1. Wieso ich nicht mehr jeden Kunden oder jeden Auftrag annehme? Ganz einfach, ich habe gelernt auf meine Intuition zu hören. Es gibt Kunden die machen einem mehr Ärger als Freude. Das liegt nicht mal unbedingt am Kunden oder seiner Persönlichkeit, es liegt vielmehr daran, dass er oder sie, etwas im Kopf hat was ich eigentlich nicht mache oder nicht gerne mache. Das ist natürlich in jedem Job mal der Fall, aber ich weiss, wenn ich etwas nicht gerne mache, mache ich es nicht oft und somit auch nicht gut - und schon gar nicht mit Leidenschaft. Und in 9 von 10 Fällen sieht man das und der Kunde ist enttäuscht oder schlimmer, sauer. Also versuche ich wenn immer möglich solche Aufträge nicht zu machen. Ich vermittle sie weiter, sodass ich den Kunden nicht im Regen stehen lasse.

  2. Keiner kann alles gut können - keiner! Ausserdem gibt es immer einen Bereich bei dem unser Herz ist. Wir spüren das an der Aufregung die wir empfinden wenn wir arbeiten. Ich meine es ist ein himmelweiter Unterschied eine Hochzeit zu fotografieren oder ein Baby! Oder ein Tierfotograf und ein Produktfotograf oder stell Dir mal vor ein Tierfotograf macht auch noch Foodfotografie! Ich bin sicher er kann sich nicht am lebenden, pelzigen Model gleichermassen freuen wie am gekochten Stück im Teller oder? Meine Meinung, mach das was Du am liebsten machst zu Deinem Kern Business, perfektioniere Deinen Stil und Deine Bildsprache.

  3. Es ist eine Tatsache, dass niedrige Preise auch niedrige Qualität implizieren. Nicht das dies immer so ist, aber der Mensch funktioniert so. Was teuer ist muss gut sein, was billig ist kann nicht gleich gut sein. Also lass das ständige Aktions Geschrei, gib lieber mehr Wert zu einem Angebot. Du hast zum Beispiel ein fixfertiges Paket welches 20 digitale Bilder fertig bearbeitet enthält. Die Session dauert 1 Stunde und das Make Up ist separat zu verrechnen. Du kannst in diesem Fall ein Spezial Angebot machen in dem Du das Make Up inklusive machst, oder Du gibst 5 Bilder mehr während der Aktion. Das macht einen vollkommen anderen Eindruck als wenn Du die Preise um einen Drittel senkst.

  4. Das ist der absolut wichtigste Punkt! Gleichzeitig auch der vielleicht schwierigste, vor allem für Frauen. Für mich war dies die grösste Hürde überhaupt, Geld zu verdienen mit der Arbeit die ich liebe. Ich brauchte Jahre und Jahre um zu lernen meine Zeit und meine Arbeit zu schätzen, einen Preis dafür zu verlangen und diesen selbstbewusst zu vertreten.

    Das lief immer so ab und vielleicht kannst Du Dich damit identifizieren:

    Eine Kundin bekommt den kompletten, exklusiven Service in meinem Studio und bereits zuvor mit der ganzen Beratung. Sie hat vollen Zugriff auf alle Accessoires, Kleider und die Infrastruktur. Wir, meine Make Up Artistin und ich liefern Ihr ein Erlebnis von welchem sie begeistert ist. Während des Shootings taut sie so auf, dass sie nicht mehr aufhören will. Bei der Verabschiedung werde ich umarmt und geküsst als ob wir uns schon Jahrelang kennen und die besten Freundinnen sind. Was auch ein bisschen stimmt, denn ich versuche stets das Vertrauen zu gewinnen und gebe sehr viel von mir selbst preis. Sie geht also und ich bin 200% sicher, sie hat soviel von uns bekommen, ist so dermassen zufrieden und das obwohl sie noch überhaupt kein einziges Bild gesehen hat! 

    Ich mach mich an die Bearbeitung der Bilder, bin noch immer überzeugt einen guten Job gemacht zu haben, bis 5 Minuten bevor die Kundin mein Studio betritt um die Präsentation zu sehen. Mein Selbstbewusstsein schwindet so schnell wie die 5 Minuten vergehen. Ich habe zu diesem Zeitpunkt schon Stunden in dieses Shooting investiert, mein absolut Bestes gegeben und nun zweifle ich an meinem Können, habe Panik die Bilder könnten nicht gefallen, sie könnte sauer sein oder gar beleidigt. Du fragst Dich nun sicher wie oft mir das schon passiert ist, NIE, kein einziges Mal!  Wenn es dann um den effektiven Verkauf geht bin ich schon so fertig und überzeugt davon dass meine Arbeit nicht viel Wert ist, dass ich meine Preise nicht standhaft vertreten kann. Was darin resultiert dass ich auch keine konstanten Preise habe, trotz Preisliste und dem Wissen das ich das haben MUSS. Ich bin einfach nur froh überhaupt etwas zu verdienen. Und vor lauter Freude darüber schenke ich dann in der Regel noch etwas dazu.

    Du kannst dir denken wie erfolgreich mein Studio lief, ich arbeitete beinahe ständig und konnte kaum meinen Verpflichtungen nachkommen. Bis zu dem Zeitpunkt an einem trüben Vormittag als ich wieder einmal meine Einzahlungen erledigen musste und es mir Glasklar wurde: „Du musst jetzt etwas ändern“ ansonsten gehst du unter. Ich wusste bereits das ich ein Problem hatte mit dem Annehmen von Geschenken, bekam ich etwas geschenkt, musste ich sofort etwas zurückgeben. Du kennst sicher den Spruch „es gibt nichts geschenkt“ oder Geschenke verpflichten. Mein Werte System war so gestrickt, ich war der Ansicht wenn ich etwas erhalte verlangt der andere etwas zurück. Das meine Arbeit genug war, dass es keinen Rabatt oder zusätzliche Produkte brauchte, kam mir partout nicht in den Sinn.

    Bis eben zu jenem Tag, ich habe an diesem Tag nicht mehr gearbeitet, ich dachte über mich und mein Leben nach, darüber was ich an meiner Arbeit liebe und wieviel Energie und Leidenschaft ich darin steckte, Tag für Tag in jeden Kunden in jeden Auftrag. Am Ende des Tages wusste ich das ich niemals aufhören konnte, dass ich aber etwas ändern konnte, dass ich diese Hürde nehmen würde und auch in der Lage dazu war. Dieser Tag änderte mein Leben, ich ging noch einmal über meine Preise nur um mich zu überzeugen dass sie stimmten und ich verpflichtete mich mir selbst gegenüber sie einzuhalten und sie mit Selbstbewusstsein zu vertreten.

    Heute gibt es dieses Stottern nicht mehr wenn ich nach meinen Preisen gefragt werde. Ich kann überzeugt am Telefon sagen was ein Shooting mit mir kostet, was es beinhaltet und die Kunden sind vollumfänglich informiert. Das war früher nicht so, aus lauter Angst keine Kunden zu bekommen habe ich stets nur das günstigste Paket erwähnt und wenn sie dann mehr wollten konnten sie oft nicht fassen das ein paar Bilder mehr soviel teurer sein kann. Da hatte ich dann noch das Gefühl mich ständig rechtfertigen zu müssen. Das kann nur schief gehen!  
    Steh also zu Deinen gut kalkulierten Preisen und vor allen Dingen, werte Deine Zeit und Deine Arbeit von Beginn an!

Jetzt interessiert es mich wie Du darüber denkst, hast Du Probleme Dich und Deine Arbeit zu verkaufen, einen Preis für Dich zu nennen? Was tust Du dagegen oder hast Du es noch gar nicht bemerkt? Hinterlass mir einen Kommentar, ich bin sicher es geht ganz vielen so wie Dir.

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